Einfach schön?!
"Nicht nur, wenn man den Gemälden von Christian Faul zum ersten Mal begegnet, kann man sich eines großen Staunens nicht erwehren. Zum einen wegen der unmittelbar zu Tage tretenden, stupenden handwerklichen Meisterschaft des Malers, zum anderen aber - und das ganz besonders - aufgrund ihrer überwältigenden Schönheit.
Für den gewohnheitsmäßigen Kunstbetrachter ist diese unabweisbare Erkenntnis mit einem sofortigen Erschrecken verbunden. Denn so sehr ihm das, was er sieht, gefallen mag, so sehr sorgt seine konditionierte Wahrnehmung dafür, dass er das nur vor sich selbst, heimlich und im Verborgenen wird eingestehen können; Kunst von heute hat nicht schön zu sein, dem Sehsinn derart zu schmeicheln und dann auch noch, was wohl am schwersten wiegt, ein naturalistisches Abbild der Wirklichkeit zu liefern. Und dann erst recht diese Motive: Blumen, Fische, Wolken! Das steht sofort unter Kitschverdacht, das könnte ja jedem gefallen, nicht nur dem Kunstprofi. Bis vor kurzem durfte Schönheit in der Kunst nur in Verbindung mit der Abstraktion gedacht werden; das naturalistische Abbild konnte dokumentarisch sein, ironisch oder anders verfremdend gebraucht werden, es durfte das Hässliche, Groteske und Absurde zeigen und war ohnehin der Fotografie vorbehalten.
Christian Faul steht außerhalb dieser Diskussion. Denn für ihn, den Maler, ist die Fotografie bloßes Werkzeug, sich die Natur anzueignen, eine Art von technischem Skizzenblock und bildlicher Gedächtnisstütze, nur ein auslösendes Moment. Bei näherer Betrachtung wird man sogar feststellen, dass Faul überhaupt nur am Rand mit der wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe von Naturphänomenen befasst ist." (Stephan Trescher, Münster)
„Christian Fauls Gemälde sind also immer beides: Ding und Bild. Wer vor sie tritt, erlebt den Konflikt zweier unvereinbarer Wahrnehmungen. Entweder bleibe ich beim realen Gegenstand des Dinges an der Wand mit seiner bemalten Oberfläche, oder ich sehe die Gegenstände des Bildes. Christian Faul nimmt diesen Dualismus nicht nur notgedrungen in Kauf, sondern macht ihn zu einem Thema seiner Kunst. Darin ist er ganz Kind seiner Zeit, die das Bildermachen in allen nur erdenklichen Aspekten hinterfragt.“ (Thomas Heyden)
Verstärkt wird die Wirkung der Malerei Christian Fauls durch den besonderen Charakter der Bildträger. Ob aus Holz und Aluminium mit breiten hölzernen Seitenwangen, oder aus Acrylglas, halten sie die Gemälde gleichsam schwebend vor der Wand. Der fehlende Rahmen und die stets abgerundeten Ecken unterstreichen den Charakter des Unabgeschlossenen und Grenzenlosen.
1967 geboren in Erlangen, lebt und arbeitet in Fürth und Berlin
| 1991-1997 | Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Prof. Hans Peter Reuter |
| 1994-1995 | Akademie der Schönen Künste in Kraków, Polen, Prof. Antoni Porczak |
| 1999-2000 | einjähriger Studienaufenthalt in Japan im Rahmen eines DAAD Stipendiums |
| 2008 | __lichtgetrunken, Oechsner Galerie, Nürnberg |
| 2007 | Schao, Credit Suisse, Nürnberg |
| 2006 | Paris-Suite, Oechsner Galerie, Nürnberg |
| 2005 | sim, Kunstverein Drensteinfurt e.V., Alte Synagoge, Drensteinfurt |
| 2004 | pluma, Neue Galerie Dachau, Dachau |
| 2003 | impken, Kunstmuseum Erlangen, Erlangen |
| 2001 | kirei, Kunstverein Kohlenhof, Nürnberg |
| 2000 | Bye-bye Kyoto, Art Space Niji, Kyoto, Japan |
| 1999 | Zwischen Himmel und Erde, Installation in der Sebalduskirche, Nürnberg |
| 1995 | Druga Strona/(Die) Andere Seite, Museum Czartoryski, Kraków, Polen, |
| Installation mit der gespiegelten Kopie des Gemäldes der Dame mit dem Hermelin von Leonardo da Vinci |
| 2008 | Stipendiatenausstellung in der Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin |
| 2007 | Rubin, Neues Museum in Nürnberg, Nürnberg |
| 2006 | Neue Malerei, Museum Frieder Burda, Baden-Baden |
| Ensemble(s)1, Cité Internationale des Arts, Paris, Frankreich | |
| Pinturas y esculturas, Galeria Kunstmann, Palma de Mallorca, Mallorca | |
| Farewell Gostenhof, Kohlenhof Kunstverein e. V. Nürnberg, Nürnberg | |
| Aus der Sammlung, Schauraum Galerie Defet, Nürnberg | |
| preisträger einst und jetzt, Kunst Galerie Fürth, Fürth | |
| 2005 | Schlussakkord, zum Ende der Ausstellungtätigkeit, Galerie Defet, Nürnberg |
| Christian Faul, Andreas Oehlert, Kunstmühle Mürsbach, Bamberg | |
| baden gehen, Kunstverein Baden-Baden, Baden-Baden; mit Frauke Boggasch, Elke Haarer, Gerhard Mayer u. Andreas Oehlert | |
| Pintura Nova, Galeria Joanna Kunstmann, Santanyí, Mallorca | |
| 2004 | Christian Faul/Anne Sterzbach, Galerie Defet, Nürnberg |
| roomservice 4, Kunst Galerie Fürth, Fürth; mit Sigrid Stabel u. Andreas Oehlert | |
| 2003 | p+t, zeitgenössische Kunst in Franken, Nürnberg, Erlangen, Fürth |
| 2002 | projekt A, Installationen im öffentl. Raum, Nürnberg |
| 2001 | Kulturförderpreis der Stadt Fürth, Schloß Burgfarrnbach, Fürth |
| Bunter Strauss in Blauer Vase, Frankfurter Kunstkabinett, Frankfurt am Main | |
| flubdub, Kunsthalle Nürnberg, Nürnberg | |
| 2000 | Staatlicher Förderungspreis des Freistaates Bayern, Galerie der Künstler, München |
| Zeit, Installationen in öffentlichen und privaten Räumen, Fürth | |
| 1999 | fünf junge Künstler, Galerie Lindig in Paludetto, Nürnberg |
| Christian Faul/Anne Sterzbach, Galerie Defet, Nürnberg | |
| good buy, Fürth | |
| sofabilder, Fürth | |
| art forum berlin, Stand Galerie Brigitte Trotha Frankfurt, Berlin | |
| 1998 | Die Macht des Alters-Strategien der Meisterschaft, Kronprinzenpalais, Berlin, Kunstmuseum Bonn und 1999 Galerie der Stadt Stuttgart, Stuttgart |
| 1997 | Kraków-Nürnberg, Norishalle, Nürnberg und Arsenal, Kraków, Polen |
| 1998 | Stipendium der Industrie und Handelskammer, Nürnberg |
| 1999 | Absolventenpreis der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg |
| DAAD Jahresstipendium nach Japan | |
| Staatlicher Förderungspreis des Freistaates Bayern | |
| 2000 | Kulturförderpreis der Stadt Fürth |
| 2005/2006 | Cité Internationale des Arts in Paris |
| 2007 | Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg |
| 2008 | Arbeitsstipendium für Berlin aus dem Else-Heiliger-Fonds der Konrad-Adenauer-Stiftung |