Michael Schrattenthaler

Mit dem 1971 geborenen Münchner Bildhauer Michael Schrattenthaler eröffnet die Oechsner Galerie die Ausstellungstrilogie "Ende Gelände". Der Ausstellungstitel steht einerseits für den steten Grenzgang, auf dem sich drei sehr eng befreundete Künstler in ihren Schaffens- und Umsetzungsprozessen befinden. Andererseits steht der Begriff "Ende Gelände" mit einer Portion Witz und Lässigkeit für die Geisteshaltung einer Generation. Dies und mehr verbindet die drei Künstler, die wir in einer Abfolge von drei Einzelausstellungen zeigen.
Die von Michael Schrattenthaler gezeigten Werke sind die ausgewählten Favoriten seiner Freunde Alexander Laner und Olaf Unverzart.

Ein Vorhang verbirgt. Er wird vor etwas gehängt. In "Vorhang #4" der zentralen Arbeit der Ausstellung "Ende Gelände" nutzt Michael Schrattenthaler die Dialektik von Verbergen und Offenbaren. Der Künstler verhängt den Raum und macht ihn von innen unsichtbar. Gleichzeitig öffnen sich völlig neue räumliche und gedankliche Perspektiven. Die scheinbar von Geisterhand bewegte 60 mal 3 Meter große weiße Stoffbahn bringt Boden und Decke zum Drehen und Tanzen. Der Bildhauer Schrattenthaler schafft einen Raum im Raum, der den Betrachter zum Teil der Inszenierung macht. Dabei lässt der transparente, weiche Stoff nicht nur eigenen Raum für Gedanken, Projektionen und Sehnsüchte entstehen, er gibt in seiner fließenden Bewegung durch eine Öffnung einen sich ständig verändernden Blick nach draußen frei: auf die Architektur des Galerieraums und die Welt vor den Galeriefenstern.

Michael Schrattenthaler verbindet in seinen Arbeiten Rückgriffe auf eigene biographische Begebenheiten mit der jeweils aktuellen Raumsituation. In zwei weiteren in der Oechsner Galerie gezeigten Werken transportiert er Erinnerungsstücke seiner Jugend in Gegenwart und Zukunft, indem er sie spielerisch und humorvoll in skulpturaler bzw. fotografischer Form wieder aufleben lässt. Zeitlich wie räumlich erscheinen Baumhaus und Spielzeugautos nah und fern zugleich. Die sehr persönlichen Erinnerungsstücke des Künstlers berühren in direkter, zuweilen intimer Weise auch die eigene Identität des Betrachters.


Biografie:

1971 geboren in Kufstein (Österreich), lebt und arbeitet in München

1998 - 2003 Studium der Bildhauerei bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste München

Ausstellungen/Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl):

2010 homegrown, Neue Galerie, Graz
2010 Skulpturen/Objekte/Installationen, KUNSTNETZWERK, Krems
2009 endlosschleifen, lothringer13, München
2009 wir sehn uns, Galerie Klüser 2, München
2008 Privat, Projektraum Victor Bucher, Wien
2006 Personal Affairs, Museum Morsbroich, Leverkusen
2007 schrattenthaler/schmidt, Galerie Rupert Pfab, Düsseldorf
2006 YBA-Biennale Berlin-Gagosian Galerie
2006 Galerie Revolver, Düsseldorf
2006 serve and volley, Häusler Contemporary, München
2005 Innen wie aussen, Gasteig München
2003 Aus heiterem Himmel, Domberg in Freising
2000 Die Küche meiner Eltern, Projekte Eching 2000, Eching
2000 Vorhang #2, Ausstellungsforum Foe 156, open art, München
2001 Jugendzimmer, Debütanten, Akademie der Bildenden Künste München