Christian Faul

"Paris Suite"

Ausstellungsdauer: 9. Juli bis 15. August 2006


Christian Faul malt "so prächtig, so altmeisterlich lasierend, dass ihm der Beifall auch
jener gewiss ist, die in handwerklicher Bravour den Garanten guter Kunst finden. Doch ginge es ihm nur um schöne Bilder, wäre er der Rede nicht wert. Was ist es also, das seine Kunst auszeichnet?"
Auf diese von Thomas Heyden in einem Katalogtext von 2004 gestellte Frage gibt Christian Faul mit seiner "Paris-Suite" neue, beeindruckende Antworten. Die Folge von neun Arbeiten ist während eines gerade zu Ende gegangenen Stipendien-Aufenthaltes an der Cité Internationale des Arts in Paris entstanden. Christian Faul hat - von der französischen Hauptstadt in verschiedenster Weise inspiriert – vielschichtige und aufregende Bilder geschaffen.
Weiße, zuweilen blendend weiße Blütenpaare vor dunklem, teils tiefschwarzem Hintergrund bilden das verbindende Motiv der aktuellen Arbeiten. Wie frühere Werke mit Blumen, Fischen und Wolken im Mittelpunkt erscheinen die Gemälde auf den ersten Blick als wertvoll aufbereitete, realistische Abbildungen vertrauter Motive. Doch bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass es sich um komplexe, artifizielle Bildschöpfungen handelt. Faul lässt die Fotografien, die ihm statt Skizzen als Ausgangsmaterial dienen, weit hinter sich. Im Wechselspiel von Schärfe und Unschärfe, von leeren und gefüllten Flächen eröffnen sich neue Farbwirkungen und Bildräume. Der meditative Entstehungsprozess der Arbeiten wird ebenso spürbar wie die Einladung an den Betrachter, selbst über das Gesehene zu reflektieren.

Verstärkt wird die Wirkung der Malerei Christian Fauls durch den besonderen Charakter der Bildträger. Ob aus Holz und Aluminium mit breiten hölzernen Seitenwangen, oder aus Acrylglas, halten sie die Gemälde gleichsam schwebend  vor der Wand. Der fehlende Rahmen und die stets abgerundeten Ecken unterstreichen den Charakter des Unabgeschlossenen und Grenzenlosen.
"Christian Fauls Gemälde sind also immer beides: Ding und Bild. Wer vor sie tritt, erlebt den Konflikt zweier unvereinbarer Wahrnehmungen. Entweder bleibe ich beim realen Gegenstand des Dinges an der Wand mit seiner bemalten Oberfläche, oder ich sehe die Gegenstände des Bildes… Christian Faul nimmt diesen Dualismus nicht nur notgedrungen in Kauf, sondern macht ihn zu einem Thema seiner Kunst. Darin ist er ganz Kind seiner Zeit, die das Bildermachen in allen nur erdenklichen Aspekten hinterfragt." (Thomas Heyden)

Mit Christian Fauls Ausstellung "Paris-Suite" gibt Annette Oechsner dem Publikum auch einen ersten Einblick in das im Entstehen begriffene Atelier- und Galeriehaus Defet. Offiziell eröffnet wird das Haus im September.

Werke