Michael Schrattenthaler

"Ende Gelände" (Teil 1) präsentiert von Alexander Laner und Olaf Unverzart

Ausstellung vom 19. Juni bis 17. Juli 2010


So verbunden, fast verbrüdert sie sind, so sehr schärfen sie aneinander den auch kritischen Blick auf ihre Kunst: Die beiden Bildhauer Michael Schrattenthaler (geb. 1971) und Alexander Laner (geb. 1974) und der Fotograf Olaf Unverzart (geb. 1972, seit 2007 im Künstlerstamm der Oechsner Galerie) sind seit ihrer Studienzeit sehr eng befreundet. Studiert haben Schrattenthaler und Laner bei Olaf Metzel in München, Unverzart bei Joachim Brohm in Leipzig. Ihr künstlerisches Schaffen ist durchdrungen von einem ständigen Austausch und einer sehr verwandten Geisteshaltung, auch wenn dies in höchst unterschiedliche formale Umsetzungsprozesse mündet. In den immerwährenden Diskurs der drei Künstler ist Annette Oechsner seit der ersten Begegnung Ende der 90er Jahre freundschaftlich eingebunden. Seit Gründung der Oechsner Galerie 2006 verfolgt sie die Idee, die drei Künstler in einer Gruppenschau vorzustellen. Nun werden es drei Einzelausstellungen in Folge sein. Zwei der Künstler wählen jeweils ihre Favoriten aus dem Werk des Dritten aus. Der zweite Teil von "Ende Gelände"  mit Werken von Alexander Laner wird am 24. Juli eröffnet, der dritte Teil mit Olaf Unverzart am 18. September 2010.

Die Ausstellungstrilogie beginnt mit Michael Schrattenthaler:
Ein Vorhang verbirgt. Er wird vor etwas gehängt. In "Vorhang #4" der zentralen Arbeit der Ausstellung "Ende Gelände" nutzt Michael Schrattenthaler die Dialektik von Verbergen und Offenbaren. Der Künstler verhängt den Raum und macht ihn von innen unsichtbar. Gleichzeitig öffnen sich völlig neue räumliche und gedankliche Perspektiven. Die scheinbar von Geisterhand bewegte 60 mal 3 Meter große weiße Stoffbahn bringt Boden und Decke zum Drehen und Tanzen. Der Bildhauer Schrattenthaler schafft einen Raum im Raum, der den Betrachter zum Teil der Inszenierung macht. Dabei lässt der transparente, weiche Stoff nicht nur eigenen Raum für Gedanken, Projektionen und Sehnsüchte entstehen, er gibt in seiner fließenden Bewegung durch eine Öffnung einen sich ständig verändernden Blick nach draußen frei: auf die Architektur des Galerieraums und die Welt vor den Galeriefenstern.

Michael Schrattenthaler verbindet in seinen Arbeiten Rückgriffe auf eigene biographische Begebenheiten mit der jeweils aktuellen Raumsituation. In zwei weiteren in der Oechsner Galerie gezeigten Werken transportiert er Erinnerungsstücke seiner Jugend in Gegenwart und Zukunft, indem er sie spielerisch und humorvoll in skulpturaler bzw. fotografischer Form wieder aufleben lässt. Zeitlich wie räumlich erscheinen Baumhaus und Spielzeugautos nah und fern zugleich. Die sehr persönlichen Erinnerungsstücke des Künstlers berühren in direkter, zuweilen intimer Weise auch die eigene Identität des Betrachters.


Michael Schrattenthaler - Werke der Ausstellung